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"Boccaccio" von Franz von Suppé


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Handlung
Giovanni Boccaccio
Franz von Suppé


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Handlung

1. Akt
In Florenz feiert man den Namenstag Johannes des Täufers, des Schutzpatrons der Stadt. Lorenzo, Herzog der Toskana, mischt sich verkleidet unter die Menge um die Stimmung im Volk zu prüfen: Ist man mit seiner Herrschaft zufrieden? Und vor allem: Wie steht man zu Boccaccio, dem Novellendichter, dem der Herzog den Dichterpreis zu verleihen gedenkt?
Leonetto, Freund Boccaccios, preist als Buchhändler die neusten Novellen des Dichters an. Schlagartig spaltet sich die Menge in zwei Lager: Was die Frauen als "sehr pikant" und "amüsant" empfinden, löst bei ihren Ehemännern Wut und Rachegelüste gegenüber Boccaccio aus. Die Herren Lambertuccio - Gewürzhändler, Lotteringhi - Fassbinder und Scalza - Barbier, sehen sich als Mitglieder des Hohen Rates dazu verpflichtet, die Ehre der Ehemänner zu rettten und Boccaccio zu bestrafen. Sie bieten ausgerechnet dem Herzog, der sich als "stadtbekannter Gauner" Cecco verkleidet hat, eine stattliche Summe, falls er ihnen hilft Boccaccio ausfindig zu machen.
Inzwischen ist der lebenslustige Pietro, Prinz von Palermo, als Student verkleidet in Florenz eingetroffen, um die Tochter des Herzogs zu freien. Der tiefere Grund ist - neben dem Wunsch von Boccaccio die Dichtkunst zu erlernen - die Aussicht, mit den leichtlebigen Florentinerinnen Bekanntschaft zu schliessen. Die erste Lektion, die Boccaccio seinem neuen Schüler erteilt lautet: Novellen lassen sich nicht erfinden, man muss sie erleben! Und so stürzen sich die beiden samt Leonetto und dem verkleideten Herzog in ihr erstes Abenteuer: Sie wollen die Ehefrauen Lotteringhis, Scalzas und Lambertuccios erobern, um deren Männern eine Lektion zu erteilen. Boccaccio allerdings fällt schon bald aus, da er die ihm bis dato unbekannte Liebe auf den ersten Blick kennenlernt; Gegenstand derselben ist Fiametta, die Tochter Signore Lambertuccios.
Unterdessen hat der Herzog, vom Amüsierwillen seines zuküAnftigen Schwiegersohns keineswegs begeistert, zu einer List gegriffen um den Prinzen ein wenig zurechtzuweisen. Er hat Lotteringhi weisgemacht, der als Student verkleidete Pietro sei in Wirklichkeit Boccaccio - woraufhin der ahnungslose Prinz von den aufgebrachten Ehemännern eine Tracht Prügel erhält. Als die Männer schliesslich feststellen, dass sie den Falschen erwischt haben, versuchen sie enttäuscht ersatzweise die Bücher Boccaccios zu verbrennen, was die Studenten jedoch verhindern können.

2.Akt
Pietro und Leonetto setzen mit der Unterstützung Boccaccios zur Fortsetzung der Novelle an. Beatrice, die Ehefrau Scalzas, soll zu einem Stelldichein mit Leonetto bewogen werden. Die Zeit ist günstig, der Ehemann bei der Arbeit, und so willigt Beatrice ein. Doch Scalza kehrt fürher als erwartet zurück und nun ist die Geistesgegenwart aller Beteiligten gefragt. Beatrice beginnt um Hilfe zu schreien, während sich Leonetto und Boccaccio ihre Fechtkünste in einem fingierten Duell unter Beweis stellen. Die List gelingt und Scalza hegt keinen Verdacht, er muss sich überdies vor den Degen der Kämpfenden in Sicherheit bringen. Der Herzog verschafft Leonetto und Beatrice die Gelegenheit, ihr Rendezvous fortzusetzen, indem er Scalza zum Verhör auf die Wache führen lässt. Dann steckt er Fiametta, Peronella und Isabella je ein Briefchen zu, in welchem diese um ein Rendezvous gebeten werden.
Als Bauernjunge verkleidet bietet Boccaccio Lambertuccio seine Hilfe bei der Olivenernte an. Dem abergläubischen Gewürzkrämer macht er weis, der Olivenbaum sei verhext und man sehe aus der Baumkrone alle Paare sich küssen. Er erreicht so, dass er seine Fiametta ungestraft küssen kann.
Der Herzog selbst gibt sich inzwischen Peronella zu erkennen, mit der er, wie sich herausstellt, vor genau 18 Jahren eine folgenreiche Affäre hatte: Fiametta ist in Wirklichkeit die uneheliche Tochter des Herzogs und Peronellas.
Pietro hat derweil bei Isabella Erfolg. Als auch deren Ehemann verfrüht nach Hause kommt, macht Pietro mit Isabellas Hilfe ihn glauben, er sei ein potentieller Käufer des Fasses.
Als Scalza mit der Nachricht eintrifft, Boccaccio halte sich verkleidet in Lambertuccios Haus auf, und die Bürger glauben, ihn nun endlich in ihre Hände bringen zu können, taucht wiederum der Herzog auf - diesmal verkleidet als sein eigener Gesandter - und nimmt Fiametta zum Erstaunen aller im Namen des Herzogs mit.

3. Akt
Lambertuccio und Peronella hören vom Podestâ, dass sie zur Audienz beim Herzog geladen sind. Überdies muss Lambertuccio erfahren, dass der Unbekannte, der ihm monatlich das Geld für Fiametta gebracht hat, niemand anders war als der Herzog selbst, den er einmal übe beschimpfte. Feige wie er ist, schickt er seine Frau vor, um den vermeintlichen Zorn des Herzogs auf sie abzulenken.
Fiametta weiss nun, dass sie die uneheliche Tochter des Herzogs ist und Pietro heiraten soll. Doch sie ist darüber nicht sehr glücklich, denn es ist Boccaccio inzwischen gelungen, sie von der Echtheit seiner Gefühle zu überzeugen.
Auch Lotteringhi und Scalza müssen einsehen, dass Boccaccio am Hofe bestens angesehen ist und machen saure Miene zum bösen Spiel. Boccaccio improvisiert eine Commedia, mit der er Pietro zu verstehen gibt, dass er als Freier für Fiametta zu spät kommt. Pietro überlasst seine Pflichtbraut gerne dem Dichter. Auch der Herzog ist einverstanden und so nimmt der turbulente Feiertag in Florenz ein gutes Ende.

Denn wer "Witz, Laune und Wahrheit seine Waffen nennt, dem verschaffen sie den Sieg zu jeder Zeit!" - zumindest in der Commedia.

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Giovanni Boccaccio

Giovanni Boccaccio, der eArste wahrhafte Menschenschilderer vor Shakespeare, kam 1313 als natürlicher Sohn eines Florentiner Handelsherrn aus Certaldo in Paris zur Welt. Nach dem Tod der Mutter vom Vater nach Florenz gebracht, klassisch erzogen und trotz unleugbarer dichterischer Begabung dem Handelshaus der Bardi in Neapel zugewiesen, wird er dreiundzwanzig-jährig durch ein Liebeserlebnis zum Dichter. Er verewigt seine ungetreue Schöne in "Fiametta". Im Jahre 1340 ruft ihn der Vater nach Florenz zurück. Hier macht er sich bald durch neue Dichtungen einen Namen. Als Abgesandter der Stadt macht Boccaccio die langersehnte Bekanntschaft mit Petrarca, als dieser auf dem Weg nach Rom zu seiner Dichterkrönung ist. Dante und Petrarca sind fortan seine Leitsterne.
Nach Fehlschlägen und Irrfahrten und einigen harmonischen Monaten mit Petrarca in Venedig schlägt er seinen Wohnsitz in Certaldo auf und verlässt es nur als Sendbote von Florenz, um in Avignon durch Papst Urban V. den drohenden Einfall Karls IV. in Italien mit Ehrenversprechungen abzuwenden und als geschickter Mittler zwei Jahre später in Viterbo und Rom mit dem Papst zu verhandeln.
Ärmer, älter und kränger wieder nach Certaldo zurückgekehrt, wird er auf Verwendung von Freunden zur täglichen Lesung von Dantes "Divina Commedia" mit einem Jahresgehalt nach Florenz berufen. Nach sechzig Vorlesungen mit seinen als "Commento" berühmt gewordenen Auslegungen der ersten 17 Gesänge des "Inferno" muss er sich, körperlich gebrochen, nach Certaldo zurückgeleiten lassen.
Hier erreicht ihn die Nachricht vom Ableben Petrarcas. Er selbst stirbt ein Jahr darauf, am 31. Dezember 1375, und wird wunschgemäss in Certaldo beigesetzt.

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Franz von Suppé

Franz von Suppé kam am 18. April 1819 zur Welt - zwei Monate vor Jacques OAffenbach, der der Schöpfer des heiteren Operngenres wurde. Die spezifische Wiener Operette aber verdankt dem Franz von Suppé ihre Existenz.
Schwer zu sagen, welcher Nation er angehörte. Er war in Spatolo, dem heutigen Split, im Königreich Dalmatien geboren. Man sprach dort nur italienisch, weil das Land so lange zu Venedig gehört hatte. Grossvater de Suppe war Kreishauptmann in Spatolo. Pietro der Vater ging ebenfalls in den Staatsdienst; in Makarska an der blauen Adria hatte er die Wienerin Katharina Landovsky geheiratet. Aus dieser Ehe ging Francesco de Suppe hervor. Seine Jugend verbrachte er in Zara. Sehr musikalisch, lernte er Flöte spielen, was dem Vater gar nicht passte, denn auch der Sohn sollte Beamter werden. Schliesslich erhielt er aber doch vom Domorganisten Musikunterricht. Nach dem Tod des Vaters 1835, zog die Mutter mit dem Sohn nach Wien. Aus Francesco de Suppe wurde Franz von Suppè.
Der Musiker selbst schrieb seinen Namen immer mit Accent grave è, denoch setzte sich die bis heute übliche Schreibweise mit Accent aigu é durch. Niemand weiss, wie der Accent grave auf das e kam. Wahrscheinlich wollte Franz nicht Suppe heissen, weil das im Deutschen komisch geklungen hätte.
Mutter und Grossmutter redeten dem 16-jährigen zu, Medizin zu studieren. Franz aber ging schnurstracks zum Ritter von Seyfried und legte ihm seine "Messa Dalmatica" vor. Die Musikstunden bezahlte er mit dem Honorar für Italiensch-Unterricht. Sein Deutsch behielt allerdings zeitlebens den Anklang des Italienischen bei. Und erst recht machte sich in seiner Tonsprache die Italianità unüberhörbar geltend.
1840 war die Ausbildung beendet. Es begann seine Kapellmeisterzeit, die 42 Jahre währte. Als jüngster Volontär wurde er in die Provinz geschickt, wo er die Possen- und Volksstückmusiken seiner Kollegen und bald auch seine eigenen leitete. Suppé wurdeA ein prächtiger Orchesterchef, dem man das feurigste Temperament nachrühmte, aber damit wäre er nimmer in die Musikgeschichte eingegangen. Die Zeit der faszinierenden Pultmimiker war noch nicht gekommen. Nur seiner Musik hat er seinen Ruhm zu verdanken.
Erst in seinem 60. Lebensjahr errang er mit "Boccaccio" den grössten Erfolg seines Lebens. Für dieses italienische Sujet liess er sich eine Unmenge der schönsten Melodien einfallen, unter denen der Gesang "Hab ich nur deine Liebe, die Treue brauch ich nicht" ein Weltschlager wurde. "Boccaccio", am 1. Februar 1879 im Wiener Carl-Theater uraufgeführt, blieb bis heute ein Gipfelwerk der Wiener Operettenklassik.